Beinahe wäre dem Dorf das Schicksal vieler anderer Orte der ehemaligen Bergbauregion wiederfahren, im Zuge der Braunkohlenförderung überbaggert zu werden. Als im Mai 1993 der Erhalt des Ortes beschlossen wurde, lebten hier kaum noch 50 Menschen. Ehemalige Einwohner kehrten zurück, junge Familien, Künstler, Handwerker erkannten das baukulturelle Potenzial von Dreiskau-Muckern und brachten mit der Restaurierung der verfallenen Höfe und Fachwerkhäuser den Ort zu neuer Blüte.

Früh erkannt hat auch der Gemeinderat das baukulturelle Potenzial von Dreiskau-Muckern für die zukünftige Entwicklung des Dorfes und im Jahr 1999 eine Gestaltungssatzung für den Ort beschlossen, auf deren Grundlage die Dorfgemeinschaft bis heute dafür sorgt, dass mit dem baukulturellen Erbe des Dorfs auch weiterhin sorgsam umgegangen wird. Das heutige Erscheinungsbild des Ortes ist daher unverändert geprägt von markanten Einzelgebäuden und denkmalgerecht sanierten Dreiseithöfen in einer überwiegend erhaltenen Siedlungsstruktur. Neu erbaute Häuser fügen sich harmonisch in das gewachsene Dorfensemble ein.

Dreiskau-Muckern ist ein lebendiges Dorf mit einer intakten Dorfgemeinschaft und einem aktiven Vereinsleben. Für Alteingesessene und Zuzügler ist der Ort Lebensmittelpunkt. Sie gemeinsam sind es auch, die der prägenden Bausubstanz im Ort durch aufwändige Sanierungsarbeiten und die Nutzung als Wohn- und Arbeitsstätte wieder Leben einhauchten. Ein schönes Beispiel dafür ist der wieder eröffnete Gasthof Muckern, ein anderes die „Hillerei“, ein historischer Dreiseithof, ehemaliger landwirtschaftlich genutzt, der von der Familie Hiller zur Grundlage ihrer wirtschaftlichen Existenz umgenutzt wurde – mit zwei Schwerpunkten, zum einen der Manufaktur von handgefertigten Möbeln – erlebbar in Workshops zur Holzbearbeitung und zum anderen die kunstgewerbliche Herstellung von Mosaiken für Wohnen und Garten, Kreativ-Kurse, Workshops, Veranstaltungsangebot.

Die gelebte Event-Kultur in Verbindung mit der Präsentation dörflicher Baukultur steht hier im Vordergrund. Künstler und Kunsthandwerker/Handwerker öffnen ihre Ateliers und Werkstätten zu verschiedenen Anlässen im Jahresablauf für Workshops, Konzerte, Ausstellungen und u. a. die „Offenen Höfe“, die sich als Kulturveranstaltung weit über den Ort und die Gemeinde Großpösna hinaus einen Namen gemacht haben. Bei der alljährlich stattfindenden Veranstaltung „Offene Höfe“ sind es die schönen Mehrseitenhöfe der Alteingesessenen wie der Zuzügler, die als pulsierende Kerne des dörflichen Lebens im Mittelpunkt stehen. Dann werden Tor und Tür für Kunst- und Kulturschaffende aus der Region sowie für Gäste aus nah und fern geöffnet.

In Dreiskau-Muckern ist durch planvollen Neuanfang der Wiederaufbau einer lebendigen dörflichen Kultur gelungen. Handwerker, Kunsthandwerker, Künstler, Landwirte – Alteingesessene und Zuzügler – leisten durch das gemeinsame, für Tourismus, Wirtschaft, Kultur und die Dorfgemeinschaft selbst reizvolle Angebot einen namhaften Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Ein Verlauf, wie aus dem „Bilderbuch der Regionalentwicklung“.

Mehr Informationen über Dreiskau-Muckern hier.