Die hartnäckigen Bemühungen zur Sicherung der historischen Bausubstanz haben sich für den Ort als Glücksfall erwiesen. Ein wichtiges Etappenziel war die Verabschiedung einer Denkmalschutzsatzung für die Gesamtanlage Naustadt im Jahr 2002. In der Folge entdeckten junge, kulturell interessierte Enthusiasten, insbesondere aus dem nahegelegenen Dresden, das Kleinod Naustadt. Mit großem Engagement sowie hohem denkmalpflegerischen Anspruch sanierten die neuen Dorfbewohner ihre Höfe und Häuser. Die Einführung und Durchsetzung der Denkmalschutzsatzung war ein mühevoller Prozess, der aber zu einer umfassenden Beteiligung der Dorfbewohner und viel Engagement für die Baukultur/Kultur des Ortes geführt hat – gerade auch durch die intensive Zusammenarbeit von Ortschaftsrat, örtlichen Vereinen und Gemeinderat bzw. Gemeindeverwaltung.

Im Ergebnis sind fast alle historischen Gebäude im Ort erhalten geblieben und wurden dabei zum Teil neuen Nutzungen zugeführt (darunter auch die alte Schule). Mit den neuen Bewohnern hielten in Naustadt auch neue Gewerke und Erwerbsformen Einzug (zum Beispiel Glaskunst Henriette Preuß mit Werkstatt, Handwerksvorführungen und Galerie, aber auch die Öko-Baumschule Schäfer, das Blumengeschäft, der Restaurator, und andere). Zugleich stabilisierten sich durch den Zuzug junger Familien die Geburtenzahlen, so dass im Jahr 2005 eine neue Schule in Naustadt errichtet werden konnte.

Es ist inzwischen allgemein anerkannt, dass Naustadt seine Anziehungskraft ganz wesentlich dem sorgsamen Umgang mit seinem baukulturellen Erbe verdankt. Baukultur ist für Naustadt und inzwischen auch für andere Ortsteile der Gemeinde Klipphausen ein wichtiger Standortfaktor geworden, der erkennbare  Vorteile bringt im Wettbewerb um junge Familien, um kreative Köpfe und schließlich um kultur- und baukulturbegeisterte Gäste, die inzwischen in großer Zahl nach Naustadt, nach Scharfenberg (seit 2015 hat auch Scharfenberg eine Gestaltungssatzung), nach Batzdorf, Röhrsdorf und in andere Dörfer der Gemeinde Klipphausen kommen. Die Wertschätzung, die der Standortfaktor Baukultur in der Gemeinde Klipphausen gewonnen hat, spiegelt auch das aktuelle Tourismuskonzept der Gemeinde wider, das in vielen Details auf den Erhalt und die Inwertsetzung des kulturellen Erbes hinwirkt. Ein Beispiel dafür ist das in die Nachbardörfer ausstrahlende Vorhaben „Novalisweg“. Mit dieser touristischen Kultur-Route wird es gelingen, ortschaftsübergreifend, Baukultur und andere kulturelle Highlights zwischen Dresden und Meißen miteinander zu verknüpfen und die Ortschaft Scharfenberg (zu der Naustadt gehört) mit den benachbarten Ortsteilen von Klipphausen in ein kulturelles/kulturlandschaftliches Erlebnis der Region zwischen Dresden und Meißen einzubinden, baukulturelle Besonderheiten werden hier mit künstlerischen Events und landschaftlichem Erleben thematisch und räumlich verknüpft.

Naustadt hat etwa  300 Einwohner und ist einer der 43 Ortsteile der Gemeinde Klipphausen zwischen Dresden und Meißen. Klipphausen gehört zum Landkreis Meißen. Mehr Informationen zu Naustadt hier.